Gaby Weber
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Desinformation

Ein Lehrstück über die erwünschte Geschichte

Das Dokudrama des NDR “Eichmanns Ende – Liebe, Verrat, Tod” - weltweit ausgezeichnet - erzählt die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia des 20. Jahrhunderts: Romeo ist Klaus Eichmann, Sohn des Nazi-Kriegsverbrechers, den der Mossad 1960 aus Argentinien entführt haben will, und Julia ist Silvia, Tochter von Lothar Hermann, einem Überlebenden der Shoá. Das Dokudrama sei Desinformation, protestiert Hermanns Grossnichte, ein Stück aus der Geheimdienstküche.

Der NDR ignorierte alle Warnungen und strahlt sein Machwerk bis heute aus. Im Falle "Eichmann in Argentinien" haben Historiker erst vom Mossad und dann untereinander abgeschrieben. Es ist ja die perfekte „erwünschte Geschichte“, nach der sich der Deutsche sehnt: nur neun Jahre nach Kriegsende himmeln ihn die jüdischen Mädchen wieder an. Und auch an die angebliche Entführung Eichmanns mögen wir gerne glauben: Dank einer mutigen Operation wurde ein Verbrecher der Gerechtigkeit zugeführt. Pech nur, dass nichts davon wahr ist. Der Fall des NDR Dokudramas zeigt, wie Desinformation funktioniert. Der Chaos Computer Club hat den Film auf seinem Camp gezeigt, die sog. "Qualitätsmedien" schweigen dazu.

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